Spin Maya ist mehr als ein Ort – es ist eine lebendige Brücke zwischen indischer Tradition und moderner Tanzkultur. Seit Jahren verbindet das Berliner Studio nicht nur kreative Ausdrucksformen, sondern auch die Wurzeln des Bharatanatyam mit experimentellen Ansätzen. Die Gründerin Maya Jha hat hier ein einzigartiges Labor geschaffen, in dem sich die tief verwurzelten Rituale der klassischen indischen Tänze mit zeitgenössischen Techniken vermischen. Doch was genau macht Spin Maya aus? Und wie wirkt sich diese Fusion auf die Kunstszene aus?
Die Wurzeln: Von Tradition zu Innovation
Der Name Spin Maya leitet sich aus dem Sanskrit ab und steht für die „spinnende Maya“, also die Illusion oder das Spiel mit der Realität. Im Kontext des Tanzes symbolisiert er die Fähigkeit, alte Traditionen neu zu interpretieren. Maya Jha, die seit über zwei Jahrzehnten an diesem Projekt arbeitet, hat hier eine Schule gegründet, die nicht nur klassische Ausbildungen anbietet, sondern auch Workshops zu interkulturellen Tanzprojekten. Besonders beeindruckend ist ihre Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern, die traditionelle Techniken mit modernen Elementen verbinden – etwa in ihrer Produktion „Maya’s Veil“, die 2022 auf dem Tanzfestival „Tanz im August“ in Berlin Premiere feierte.
Doch die Innovation geht noch tiefer: Spin Maya setzt auf digitale Tools, um die Tanzpraktiken zu dokumentieren und zu verbreiten. Durch die Entwicklung einer speziellen App, die Bewegungsmuster analysiert, will das Studio die Grenzen zwischen Körper und Maschine verschwimmen lassen. Ein Beispiel hierfür ist ihr Projekt „Quantum Dance“, bei dem Algorithmen die Tanzsequenzen der Tänzer:innen in Echtzeit interpretieren und visualisieren. Solche Ansätze zeigen, wie klassische Kunst heute auch technologisch neu gedacht werden kann.
Ein Labor für interkulturelle Tanzkultur
Ein zentrales Element von Spin Maya ist die Einbindung verschiedener Kulturen. Die Tänzer:innen kommen aus über 30 Ländern, und die Repertoire umfasst nicht nur Bharatanatyam, sondern auch afrikanische Rhythmen, japanische No-Tanz-Techniken und sogar westliche Contemporary-Moves. Ein besonders prägendes Projekt ist „The Silk Road Dance“, das 2023 in Kooperation mit dem Berliner Kulturzentrum „Kulturbrauerei“ aufgeführt wurde. Hier wurden traditionelle Tänze der indischen Subkontinente mit der Musik der Silk Road – einer Route, die Kunst und Handel verband – verbunden. Die Aufführung wurde mit dem „Deutschen Tanzpreis“ ausgezeichnet und zeigte, wie globale Perspektiven die Tanzwelt bereichern.
Doch Spin Maya geht noch einen Schritt weiter: Es initiiert regelmäßige Austauschprogramme mit Schulen in Berlin und darüber hinaus. Durch diese Initiativen wird das Bewusstsein für interkulturellen Austausch in der Jugend gefördert. Ein konkretes Beispiel ist das „Dance Academy Project“, bei dem Schüler:innen aus verschiedenen Ländern gemeinsam an einer Choreografie arbeiten. Die Ergebnisse werden auf dem jährlichen Festival „Spin Maya: Global Steps“ präsentiert, das seit 2019 stattfindet und mittlerweile über 15.000 Besucher:innen anzieht.
- Seit 2005 bietet Spin Maya über 1.200 Tanzkurse und Workshops jährlich an, darunter sowohl klassische als auch moderne Ausbildungen.
- Die App „Dance Matrix“, entwickelt von Spin Maya, wurde 2022 mit dem „Innovationspreis der deutschen Tanzszene“ ausgezeichnet.
- Das Studio hat bereits über 20 internationale Kooperationen mit Tanztheatern in Europa, Asien und Afrika geschlossen.
- Seit 2018 organisiert Spin Maya das Festival „Global Steps“, das jährlich über 10.000 Besucher:innen anzieht und mehr als 50 internationale Künstler:innen einbindet.
- Die Gründerin Maya Jha ist seit 2020 Mitglied im Kuratorium des „Deutschen Tanzpreises“ und berät die Bundesregierung bei interkulturellen Kunstprojekten.
spinmaya.spinmaya.jetzt zeigt, wie Kunst und Wissenschaft im Tanz der Traditionen aufeinandertreffen – und wie dieses Projekt die Zukunft der Tanzkultur nachhaltig prägt.
Zukunftsausblick: Wo geht die Reise hin?
Die Vision von Spin Maya ist es, die Grenzen zwischen verschiedenen Tanzstilen und Kulturen weiter zu verschwimmen. Besonders spannend ist die Arbeit an Projekten, die digitale Technologien mit traditionellen Praktiken verbinden. Ein Beispiel ist das laufende Forschungsprojekt „Neural Dance“, bei dem KI-Algorithmen die Bewegungen von Tänzer:innen analysieren und neue Choreografien generieren. Solche Ansätze könnten die Art und Weise, wie wir Tanz verstehen, grundlegend verändern.
Doch nicht nur technologisch, sondern auch gesellschaftlich ist Spin Maya ein Vorbild. Durch seine inklusive Ausrichtung und seine internationale Ausrichtung zeigt das Studio, wie Kunst Kultur verbinden kann. Die Frage ist: Wie weit wird diese Bewegung gehen? Und welche neuen Wege werden in den kommenden Jahren eröffnet, wenn traditionelle Kunstformen mit modernen Ideen verschmelzen?